Was können die stylischen Begleiter im Vergleich zum professionellen Hörgerät?
Was sind Hearables und was können sie?
Der Begriff Hearable setzt sich aus „hear“ (hören) und „wearable“ (tragbar) zusammen. Vereinfacht gesagt sind es intelligente In-Ear-Kopfhörer, die weit mehr können als nur Musik abzuspielen. Von Entertainment über AR-Anwendungen (Augmented Reality) bis hin zum Gesundheitssektor – Hersteller wollen eine möglichst breite Fläche an technologischen Einsatzgebieten abdecken.
Dazu gehört unter anderem das Noise Cancelling, eine Funktion, die man auch von Hörgeräten kennt. Mit dieser Funktion werden Stör- und Umgebungsgeräusche nahezu ausgeblendet, sodass die Sprache gleichzeitig in den Vordergrund rückt und besser bzw. lauter wahrgenommen wird.
Das Ganze lässt sich, wie bei einem Hörgerät, per App steuern. Die Basis bildet ein Hörtest in der App des Hearables. Auch die Störgeräuschunterdrückung lässt sich individuell auf verschiedene Umgebungen abstimmen, sodass der Klang in einer Bahn anders gefiltert wird als in einem Restaurant.
Ein weiteres Gesundheits-Feature im Bereich der Akustik ist die Möglichkeit einer Klangtherapie bei Tinnitus. Hierbei hört der Betroffene spezielle Audiosounds, die das Tinnitus-Geräusch (z. B. Rauschen oder Piepen) überdecken sollen.
Der Unterschied zum Hörgerät
Trotz technologischer Entwicklungen der smarten Hearables gibt es klare Abgrenzungen zum professionellen Hörgerät.
Ein Hörgerät ist ein medizinisches Produkt, das man nur über ein vom HNO-Arzt ausgestelltes Rezept bekommt. Das heißt, es muss nachweislich ein Hörproblem vorliegen. Daraus ergeben sich einige Vorteile:
1. Individuelle Anpassung
- Ein Hörgerät wird individuell an das vorliegende Hörproblem angepasst. Ein Akustiker führt persönlich durch den Prozess, weiß, wo Stärken und Schwächen liegen, und kann das Hörgerät für individuelle Situationen feinjustieren. Bei einem Hearable gibt es nur eine grobe Anpassung per App-Hörtest.
2. Vielfalt der Hörverluste
- Ein Hörgerät ist für alle Grade eines Hörverlustes geeignet. Hearables können lediglich leichte Hörschäden ausgleichen, nicht jedoch fortschreitende Probleme, die z. B. mit dem Alter auftreten.
3. Kostenfaktor
- Gute Hörgeräte gibt es bereits für 0 Euro Eigenanteil, da die Krankenkasse eine Zuzahlung in Höhe des Basispreis gewährt. Hearables müssen komplett selbst bezahlt werden.
4. Tragekomfort
- Dieser liegt bei einem Hörgerät wesentlich höher als bei einem Hearable. Denn: Die Otoplastik wird durch einen Abdruck genau an die eigene Ohrform angepasst. Das sorgt nicht nur für einen angenehmen Sitz, sondern auch für eine gute Belüftung des Ohres.
5. Rechenleistung
- Während ein Hearable per App-Algorithmus versucht, Geräusche zu filtern, nutzt ein modernes Hörgerät hunderte Rechenoperationen pro Sekunde, um Sprache von Lärm zu trennen, ohne das Gehör durch zu hohe Pegel zu schädigen. Besonders bei altersbedingtem Hörverlust, der oft schleichend voranschreitet, stößt die Technik der Consumer-Elektronik schnell an ihre Grenzen.
6. High-End-Technologie
- Auch wenn Hearables Noise Cancelling anbieten, so können Hörgeräte noch viel mehr, um das Hörerlebnis zu verbessern: Sie sind feiner in den Frequenzen kalibrierbar, Mikrofone richten sich automatisch nach Klangquellen aus und verfügen über eine intelligente Situationsautomatik.
Hearable als Brücke zum Hörgerät
Hearables sind hervorragende „Eisbrecher“. Der Grund: Sie sind einfach zu bedienen und verkörpern einen modernen Lifestyle. Ihr Design ist modern, wirkt oftmals gar futuristisch und spricht damit viele junge oder technikaffine Nutzer an. Obwohl Hörgeräte mittlerweile nahezu unsichtbar am oder im Ohr liegen, zögern manche Menschen mit eingeschränktem Hörvermögen immer noch diesen Schritt zu gehen. Es fällt ihnen schwer, sich mit dem Thema auseinanderzusetzen und den nächsten Schritt zu gehen. Hearables können hier eine wertvolle Brücke sein: Sie senken die Hemmschwelle und ermöglichen einen unkomplizierten Einstieg, um sich mit dem eigenen Hören bewusst zu beschäftigen.
Fazit: Technik-Trend mit Grenzen
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