29. April 2026

Hörgeräte für Kinder

Hörgeräte für Kinder

Warum gutes Hören für die kindliche Entwicklung so wichtig ist

Das Gehör bildet die Grundlage für die Sprachentwicklung und spielt eine entscheidende Rolle für die gesamte soziale Entwicklung eines Kindes. Bereits in den ersten Lebensmonaten nehmen Kinder Geräusche und Sprachlaute aus ihrer Umgebung wahr und beginnen, diese nachzuahmen. So entsteht Schritt für Schritt die eigene Sprache.

Liegt jedoch eine Hörminderung vor, kann dieser Prozess gestört sein. Sprache wird verzögert oder nicht korrekt erlernt. In schweren Fällen bleibt die Sprachentwicklung sogar vollständig aus. Doch nicht nur die Sprache ist betroffen: Auch das Sozialverhalten leidet. Kinder mit Hörproblemen haben oft Schwierigkeiten, Gesprächen zu folgen, aktiv am Gruppenleben teilzunehmen oder Freundschaften aufzubauen. Auch auf die schulischen Fähigkeiten kann sich das auswirken, insbesondere auf das Erlernen von Lesen und Schreiben.

Umso wichtiger ist es, Hörprobleme frühzeitig zu erkennen und zu behandeln. Vorsorgeuntersuchungen wie das Neugeborenen-Hörscreening oder regelmäßige U-Untersuchungen untersuchen das Hörvermögen. Zusätzlich ist die Aufmerksamkeit von Eltern, Erziehern und Lehrern entscheidend, um mögliche Auffälligkeiten frühzeitig wahrzunehmen.

Hörverlust bei Kindern erkennen

Eine Hörminderung zeigt sich oft durch verschiedene Verhaltensweisen. Typische Anzeichen sind:

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Hörgeräte für Kinder

Hörgeräte für Kinder unterscheiden sich in ihrer grundlegenden Funktionsweise kaum von denen für Erwachsene. Auch sie verstärken gezielt Töne und Sprache, um ein möglichst natürliches Hörerlebnis zu ermöglichen. Dennoch gibt es einige wichtige Besonderheiten, die speziell auf die Bedürfnisse von kleinen Ohren und deren Entwicklung abgestimmt sind.

Bei den Bauformen kommen – wie bei Erwachsenen – vor allem Hinter-dem-Ohr-Geräte (HdO) und In-dem-Ohr-Geräte (IdO) zum Einsatz. Für Säuglinge und kleinere Kinder werden in der Regel HdO-Hörgeräte bevorzugt. Sie lassen sich leichter anpassen, warten und bei Bedarf schnell nachjustieren, was besonders wichtig ist, da sich das Ohr im Wachstum ständig verändert. Zudem können die Ohrpassstücke regelmäßig ausgetauscht werden, um optimalen Sitz und Komfort zu gewährleisten. IdO-Geräte hingegen kommen eher bei älteren Kindern und Jugendlichen zum Einsatz, wenn der Gehörgang ausreichend entwickelt ist und der Wunsch nach einer möglichst unauffälligen Hörlösung wächst.

Ein zentraler Aspekt bei Kinder-Hörgeräten ist die Materialwahl. Alle Bestandteile sind frei von schädlichen Stoffen und speziell für empfindliche Kinderhaut geeignet. Die Ohrpassstücke bestehen häufig aus weichem Silikon, um Druckstellen zu vermeiden und einen angenehmen Sitz zu gewährleisten.

Darüber hinaus spielt die Alltagstauglichkeit eine große Rolle. Kinder sind aktiv, spielen, toben und entdecken ihre Umwelt – entsprechend robust müssen auch ihre Hörgeräte sein. Moderne Kinder-Hörgeräte sind stoßfest, langlebig und so konstruiert, dass sie den täglichen Belastungen problemlos standhalten.

Da vor allem bei jüngeren Kindern die Eltern die Pflege und Bedienung übernehmen, müssen die Geräte benutzerfreundlich gestaltet sein. Gleichzeitig wird auch auf die Bedürfnisse der Kinder selbst geachtet: Hörgeräte sind in vielen verschiedenen Farben erhältlich und können individuell gestaltet werden. Das steigert die Akzeptanz und sorgt dafür, dass das Tragen der Geräte als etwas Positives wahrgenommen wird.

Für ältere Kinder und Jugendliche bieten moderne Hörgeräte zudem smarte Features wie die drahtlose Verbindung über Bluetooth mit Smartphones, Tablets oder anderen Audiogeräten. So können sie problemlos im Alltag, in der Schule oder in der Freizeit genutzt werden.

Insgesamt sind Hörgeräte für Kinder speziell darauf ausgelegt, Entwicklung, Komfort und Alltag optimal zu unterstützen.

Gutes Hören

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Ohrabdruck und Fertigung

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Abwicklung Krankenkasse

Kostenübernahme von Kinder-Hörgeräten durch Krankenkassen

Wie bei Erwachsenen übernehmen auch bei Kindern die gesetzlichen Krankenkassen in der Regel die Kosten für eine grundlegende Hörgeräteversorgung. Diese sogenannte Basisversorgung umfasst Hörgeräte, die eine ausreichende Hörverbesserung gewährleisten – für Eltern entstehen dabei meist keine zusätzlichen Kosten (Hörgeräte zum Nulltarif).

Entscheiden sich Eltern jedoch für Hörgeräte mit erweiterten Funktionen oder zusätzlichen Komfort, können Mehrkosten entstehen. Dazu zählen beispielsweise besonders leistungsstarke Technik, zusätzliche Ausstattungsmerkmale oder Designwünsche. In solchen Fällen wird lediglich der Betrag übernommen, der für die Basisversorgung vorgesehen ist – die Differenz zum höherwertigen Modell tragen die Eltern selbst.

Wichtig zu wissen: Gerade bei Kindern wird von den Krankenkassen großer Wert auf eine bedarfsgerechte und hochwertige Versorgung gelegt. In vielen Fällen werden daher auch leistungsstärkere Geräte genehmigt, wenn sie für die Hör- und Sprachentwicklung medizinisch notwendig sind.

Zubehör wie FM-Anlagen oder andere unterstützende Hörsysteme für den Schulalltag werden häufig ebenfalls ganz oder teilweise von der Krankenkasse oder anderen Kostenträgern (z. B. Integrationshilfe) übernommen.

Hier lesen Sie weitere Informationen zum Thema "Hörgeräte und Krankenkassen”

Zubehör für Kinder und Hörgeräte im Alltag

Im Kindergarten und in der Schule stellen Hörgeräte Kinder vor besondere Herausforderungen. In den Zimmern herrscht oft ein hoher Geräuschpegel und die Stimmen aus der Umgebung können die Sprache der Erzieher und Lehrer überlagern. Für Kinder mit Hörminderung ist es deutlich schwerer, dem Geschehen dauerhaft zu folgen.

Moderne Hörgeräte helfen dabei, Sprache gezielt hervorzuheben und störende Hintergrundgeräusche zu reduzieren. Unterstützende Systeme wie sogenannte FM- oder Funkanlagen können eingesetzt werden, die die Stimme der Pädagogen direkt und klar an das Hörgerät des Kindes übertragen – unabhängig von Raumlautstärke oder Sitzplatz. Besonders im Schulalltag kann das einen großen Unterschied machen und die aktive Teilnahme am Unterricht deutlich verbessern.

FAQ

Häufige Fragen von Eltern

Hier beantworten wir die häufigsten Fragen rund um Hörgeräte für Kinder. Weitere Fragen und Antworten rund ums Thema „Hörsysteme“ finden Sie unten über die Schaltfläche „weitere Fragen“. Falls Ihre Frage nicht dabei ist, können Sie uns jederzeit direkt kontaktieren – wir helfen Ihnen gern weiter.

Kinder können bereits im Säuglingsalter mit Hörgeräten versorgt werden – oft schon wenige Wochen nach der Geburt. Eine möglichst frühe Versorgung ist entscheidend, damit sich Sprache und Hörverarbeitung altersgerecht entwickeln können. Je früher ein Kind hört, desto besser kann es Geräusche, Stimmen und Sprache wahrnehmen und erlernen.

Nein, Kinder und Jugendliche sind in der Regel von der gesetzlichen Zuzahlung befreit. Das bedeutet: Für medizinisch notwendige Hörgeräte fallen keine Eigenanteile an.

Der Weg zum passenden Hörgerät kann Zeit und Geduld erfordern. Gerade in der Anfangsphase ist es wichtig, Ihrem Kind ausreichend Zeit zu geben, sich an das neue Hören zu gewöhnen. Beginnen Sie mit kurzen Tragezeiten und steigern Sie diese nach und nach.

Unterstützen und ermutigen Sie Ihr Kind dabei, das Hörgerät regelmäßig zu tragen und neue Höreindrücke zu entdecken. So wird es Schritt für Schritt zu einem selbstverständlichen Begleiter im Alltag. Kleine Belohnungen können zusätzlich helfen, die Motivation und Akzeptanz zu steigern.

Ein offener Umgang mit dem Thema Hörminderung ist besonders wichtig. Sprechen Sie innerhalb der Familie offen über das Hörgerät und die Hörsituation Ihres Kindes. So schaffen Sie Sicherheit und stärken das Selbstbewusstsein Ihres Kindes im Umgang mit anderen.

Auch im sozialen Umfeld – etwa bei Freunden oder im Kindergarten bzw. in der Schule – kann ein offenes Gespräch helfen, Verständnis zu fördern und mögliche Unsicherheiten abzubauen.

Darüber hinaus können Sie Ihr Kind im Alltag aktiv unterstützen: Kontrollieren Sie regelmäßig gemeinsam den Zustand des Hörgeräts, achten Sie auf den richtigen Sitz und übernehmen Sie die tägliche Pflege. So stellen Sie sicher, dass das Gerät zuverlässig funktioniert.

Grundsätzlich ja – Bewegung und Sport sind wichtig für die Entwicklung und sollten auch mit Hörgerät gefördert werden. Viele Sportarten sind problemlos möglich, bei anderen sind einfache Vorsichtsmaßnahmen sinnvoll. Eine Übersicht finden Sie hier: „Sport mit Hörgeräten“.

Beim Baden oder Schwimmen sollten Hörgeräte jedoch grundsätzlich abgelegt und sicher, z. B. in einer Trockenbox, aufbewahrt werden. Zwar verfügen viele Geräte über sogenannte IP-Schutzklassen und gelten als „wassergeschützt“, jedoch bedeutet dies meist nur Schutz vor Spritzwasser oder kurzzeitigem Kontakt mit Wasser. Für längeres Untertauchen sind Hörgeräte in der Regel nicht geeignet.

Wichtig ist außerdem die Abstimmung mit Lehrern, Erziehern oder Trainern. Geben Sie Hinweise zur Kommunikation – wie deutliche Aussprache und Blickkontakt – damit Ihr Kind auch im Sport- oder Schwimmunterricht bestmöglich unterstützt wird.

Da sich das Ohr von Kindern ständig im Wachstum befindet, müssen insbesondere die Ohrpassstücke regelmäßig erneuert werden – bei kleinen Kindern teilweise schon nach wenigen Wochen. Hierfür ist in der Regel ein Rezept vom Facharzt erforderlich.

Auch das Hörgerät selbst sollte regelmäßig überprüft und angepasst werden, meist alle 3 bis 6 Monate. So wird sichergestellt, dass die Versorgung optimal bleibt und sich an die Entwicklung Ihres Kindes anpasst. In vielen Fällen übernehmen die Krankenkassen diese Anpassungen häufiger als bei Erwachsenen.

Erfahren Sie hier, wie sie ein Hörgerät pflegen und warten: „Hörgeräte-Pflege“.

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